3000 Mal Stadionverbot

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Beitragvon latina » 12.08.2008, 19:03

Ehrlich gesagt: merkwürdige Situation.

Hier ist jemand, der schwarz trägt und anscheinend aber ein "anständiger" (um es mal norddeutsch auszudrücken) Fan ist und muss sich nun für die Klamottenfarbe schwarz rechtfertigen.

Wenn man viele schlechte Erfahrungen mit schwarz gekleideten Gruppen gemacht hat, dann sollte man sich doch erst recht freuen, dass es unter diesen Leuten auch noch welche gibt, die fußball sehen wollen und nicht an gewalt interessiert sind. Warum drescht ihr darauf ein? Warum wollt ihr hier jemanden bekehren, der gar nichts böses getan hat?? Wo ist die Toleranz, die man von anderen fordert? (und damit meine ich nicht toleranz gegen rechts, falls jetzt jemand damit kommt).
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Beitragvon Moeless » 12.08.2008, 19:09

So, melde mich auch nochmals zu Wort. Über Thor Steinar braucht ihr mich nicht informieren, ich weiß darüber sehr gut Bescheid. Ich weiß, dass die Ware Thor Steinar von Rechtsextremen produziert und über einen patria-Versand (zu Deutsch Heimat-Versand) vertrieben wird. Ich habe eure Links daher garnicht gelesen. Ich weiß auch, dass das alte Logo sehr einem Hakenkreuz ähnelte und es deshalb verboten wurde. Ich weiß auch, dass die Zielgruppe Nationale sind, die auch bereit sind viel Geld für TS-Klamotten auszugeben um damit die rechte Szene zu finanzieren, denn genau das tut die Marke ja auch. Brauchen wir garnicht drüber diskutieren, ich trage diese Marke aus eben dem Grund nicht, aber es gibt doch viele Leute, die darüber nicht so gut Bescheid wissen, und diese Kleidung tragen, weil sie eben gefällt. Kann ich verstehen - Wenn man nicht über den Hintergrund Bescheid weiß, daher sagte ich auch, dass nicht jeder, der Thor Steinar trägt, gleich rechts ist.

So zum Nächsten. Muss Rinderwahn zustimmen, egal ob rechts oder links, Politik hat im Stadion nichts verloren! Solange man sich aber nicht zu dieser im Stadion propagandistisch beknnt, ist es für mich okay. Was interessiert mich die politische Meinung anderer, wenn ich im Stadion bin? Aber in St. Pauli ist man da anderer Meinung, ich weiß...

Zum Thema Ultras: Ja, Kutten haben vor 20 Jahren schon Stimmung gemacht. Aber längst nicht so intensiv wie die Ultras von heute, welche auch für die Choreografien verantwortlich sind. Desweiteren kämpfen die meisten Ultraszenen gegen die wachsende Kommerzialisierung im Fußball an, z.T. sogar durch Fandemos. Aber das alleine zeichnet noch keinen Ultra aus, auch die Verbundenheit zum Verein spielt eine große Rolle! Aber darüber möchte ich jetzt keine Lehrstunde erteilen. Fakt ist nur, dass die Ultras in den Medien immer schlecht dargestellt werden und nur mit Gewalt in Konfrontation gebracht werden, und das ist schlichtweg falsch. Denn das sind Hools.
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Beitragvon CrazyHorse » 12.08.2008, 19:40

Aber verallgemeinern kann man das auch nicht. Das ist von Verein zu Verein unerschiedlich. Bei einigen Clubs stehen die Ultras den Hools nahe bzw. die Grauzone dazwischen ist nicht allzu gro0 und bei anderen Clubs wollen Ultras mit den Hools gar nichts zu tun haben. Das ist hier in Deutschland sehr unterschiedlich.

Ich trage zar oft einen schwarzen Kapuzenpulli (nur nicht im Sommer), aber mit großem Fanclublogo und trage in der Regel einen Schal. Ich gebärde mich micht wie ein Ultra und ein Hool bin ich noch lange nicht.

Was die Thor Steinar Klamoten angeht, muss ich Moe recht geben. Viele Leuten finden das cool, so etwas zu tragen und unterschätzen es total, was sich dahinter verbirgt.
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Beitragvon CrazyHorse » 12.08.2008, 19:57

Mir ist zum Thema Ultras/Hools noh etwas eingefallen:
Das Problem ist, dass viele Hoolgruppierungen nicht mehr exisitieren (zumindest bei manchen Vereinen) oder sind keine feste Gruppierungen mehr. Es gibt aber nach wie vor Leute, die gerne auf Gewalt aus sind. Diese halten sich, je nach Verein, oft im Umfeld der Ultras auf. Ob die Ultras das wollen oder nicht. Manche tolereieren sie, manche nicht. Das hängt von der Fanszene ab, die da vorzufinden ist. Wenn irgendwo etwas passiert, dann fängt es meistens im Umfeld der Ultras an. Daher werden die Ultras oft mit den Hools in einem Topf geworfen. Wenn man nicht genau hinschaut und sich nicht genau mit der Fanszene auseindandersetzt.
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Beitragvon Rinderwahn » 13.08.2008, 6:27

Elvis lebt! hat geschrieben:"Politische Meinungen" sind sowas wie "Studiengebühren abschaffen!"-, "Kohlekraftwerk? Nein danke!"- oder "Hartz4 ist doof!"-Transpis.


"Politische Meinung" ist eine CDU-nahe Zeitung :mrgreen:

Zum Glück gibt es keinen der festlegt was politische Meinung ist und zum Glück haben wir etwas das sich "Meinungsfreiheit" nennt. Egal aus welcher Ecke, sie muss nur mit dem Gesetz konform sein
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Beitragvon schranke » 13.08.2008, 9:14

ganz offiziell ist die NPD auch "gesetzeskonform", da (noch) nicht verboten. Tue mich daher mit dieser Argumentation schwer.

Der Beitrag von CrazyHorse hat mir gut gefallen, war mir bisher so nicht bewusst. Man sieht, dass es ein vielschichtiges Problem ist.
Es sind schon viele Weltmeister Alkoholiker geworden. Ich bin aber der erste Alkoholiker, der Weltmeister geworden ist. (Eckhard Dagge)
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Beitragvon Elvis lebt! » 15.08.2008, 6:46

Rinderwahn hat geschrieben:
(...)und zum Glück haben wir etwas das sich "Meinungsfreiheit" nennt. Egal aus welcher Ecke, sie muss nur mit dem Gesetz konform sein

Äh, ich hatte zuletzt die "Juden-Jena"-Rufe verlinkt. Wenn du sowas unter "Meinungsfreiheit" einordnen möchtest...
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Beitragvon Rinderwahn » 15.08.2008, 6:54

Elvis lebt! hat geschrieben:Äh, ich hatte zuletzt die "Juden-Jena"-Rufe verlinkt. Wenn du sowas unter "Meinungsfreiheit" einordnen möchtest...


Ich habe doch geschrieben:

Rinderwahn hat geschrieben:sie muss nur mit dem Gesetz konform sein


Und die von Dir angesprochenen Rufe sind in meinen Augen nicht mit dem Gesetz zu vereinbaren und haben also nix mit Meinungsfreiheit zu tun.

Wenn neben mir im Stadion einer steht der meinen Verein genauso anfeuert wie ich und die gleiche Leidenschaft an den Tag legt wie ich, ist es mir völlig egal wie lang seine Haare sind oder wo er bei der Wahl sein Kreuzchen macht. Politik hat im Stadion nix verloren
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Beitragvon Elvis lebt! » 15.08.2008, 7:02

Rinderwahn hat geschrieben: Und die von Dir angesprochenen Rufe sind in meinen Augen nicht mit dem Gesetz zu vereinbaren und haben also nix mit Meinungsfreiheit zu tun.

Gut, da sind wir uns also doch einig :wink:

Politik hat im Stadion nix verloren

Aus meiner Sicht eben nur fast nichts: die eben Erwähnten "Rufer" haben im Stadion noch weniger zu suchen.
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Beitragvon Rinderwahn » 15.08.2008, 7:06

Elvis lebt! hat geschrieben:Aus meiner Sicht eben nur fast nichts: die eben Erwähnten "Rufer" haben im Stadion noch weniger zu suchen.


Nein, nicht fast sondern überhaupt nicht. Ich gehe ins Stadion um Fußball zu schauen und da will ich keine politischen Äußerungen hören (das gilt im übrigen für rechts und links). Wenn ich mich politisch äußern möchte ich gehe ich wählen, trete einer Partei bei, gründe meine eigene Partei, gehe auf Demos oder sonst was, aber ich tu es nicht im Stadion.
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Beitragvon Moeless » 15.08.2008, 13:32

Rinderwahn hat geschrieben:Nein, nicht fast sondern überhaupt nicht. Ich gehe ins Stadion um Fußball zu schauen und da will ich keine politischen Äußerungen hören (das gilt im übrigen für rechts und links). Wenn ich mich politisch äußern möchte ich gehe ich wählen, trete einer Partei bei, gründe meine eigene Partei, gehe auf Demos oder sonst was, aber ich tu es nicht im Stadion.

so ist es :!:
Moeless
 

Beitragvon Rotblaue_Geschichten » 20.08.2008, 12:59

Habt Ihr übrigens das Transpi auf dem H96-Mannschaftsfoto im Kikcer-Sonderheft gesehen? Hat mir gut gefallen: klick.
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